Carleton Washburne (1889-1968)

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"individuialized instruction"

Carleton Washburne. Quelle: http://www.winnetkahistory.org/Gazette/Winnetkans/carleton_washburne.htm Biographisches:
Carleton Washburne wurde 1889 in Chicago geboren und wurde schon im Sinne der Progressive Education erzogen. Seine Mutter war Chefredakteurin von Francis W. Parker's Journal The Course of Study und schickte ihre Kinder auch auf dessen Schule. Außerdem war sie auch privat eng mit Francis Parker und John Dewey befreundet. Carleton Washburne wuchs also in einem Umfeld auf, das von progressiven Ideen förmlich "getränkt" war. (Vgl. [16] S. 36)

Nachdem er ein Kuststudium erfolgreich mit dem Bachelor abgeschlossen hatte, unterrichtete er für ein Jahr an einer Schule mit 35 Kindern. Anschließend übernahm er eine "Klasse" mit 17 Schülern, die aus der Schule ausgewiesen wurden, da sie besonderer Förderung bedurften. Carleton Washburne versuchte, den Interessen, Möglichkeiten und dem Auffassungsvermögen jedes einzelnen Kindes gerecht zu werden und entwickelte hierzu eine eigene Methode. Viele seiner Schüler konnten am Jahresende wieder in ihre Klasse zurückkehren. (Vgl. [G]) Nach diesen ersten Lehrerfahrungen unterrichtete er an der San Francisco Normal School, bis er 1919 die Stelle des Superintendanten in Winnetka/Illinois übernahm.

1926 veröffentlichte er sein erstes Buch, New Schools in the Old World, in dem er über seine viermonatige Europareise bereichtete, bei der er verschiedene progressive Schulkonzepte studiert hatte. Im Jahr 1929 gründete er eine Summer School für die Ausbildung von Lehrern und 1932 dann das Graduate Teachers College of Winnetka, da eine progressive Erziehungsmethode von den Lehrern auch spezielle Fähigkeiten und eine andere Vorbereitung des Unterrichts verlangte.

Eine weitere Gründung Washburnes ist das "Department of Educational Counsel". Dieses sollte den Kindern (und den Lehrern) helfen, Selbstvertrauen aufzubauen, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen und Erfolgserlebnisse zu haben. Die Einrichtung beschäftigte Psychologen, Sozialarbeiter, Sprachheilpädagogen und Krankenschwestern. (Vgl. [G]) Neben seiner Arbeit in den Schulen engagierte er sich auch in der Progressive Education Association, deren Präsident er von 1937 - 1941 war und regte die Zusammenarbeit mit der New Education Fellowship an. In dieser Organisation war er ebenfalls Präsident (1948 - 1956). Nachdem die Progressive Education Association aufgelöst wurde übernahm er außerdem die Leitung der amerikanischen Sektion der New Education Fellowship. (Vgl. [8] S. 15)

Carleton Washburne. Quelle: Zilversmit, Arthur (1993): Changing Schools. Chicago: The University of Chicago Press. S. 40Erziehungsvorstellungen:
Das "alte" System gruppierte Kinder (nur) nach ihrem Alter. Sie mussten die gleichen Inhalte in der gleichen Zeit lernen. Die besseren wurden dabei gebremst und unterfordert, die schlechteren waren frustriert und überfordert. Sie kamen in dem vorgegebenen Tempo nicht mit. Washburne erkannte jedoch, dass die Schüler unterschiedlich lernten. Die Fähigkeiten und das Lerntempo eines einzelnen Schülers konnte dabei auch von Fach zu Fach erheblich variieren. Es gab also deutliche Lernunterschiede sowohl von Schüler zu Schüler als auch von Fach zu Fach. Daher entwickelte Washburne ein Programm, das auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der unterschiedlichen Kinder abgestimmt war.

Im Winnetka-Plan gab es individuelles Lernmaterial für die Schüler in den Bereichen Rechtschreibung, Sprache, Lesen und Mathematik, den sogenannten "common essentials". (Vgl. [16] S. 44f) Diese "common essentials" repräsentieren die Fähigkeiten und Informationen, von denen Washburne überzeugt war, dass jeder sie benötigte. Er verwendete viel Zeit darauf, zu erforschen, was die "common essentials" seien, also welches die grundlegenden Fähigkeiten sind, die es zu erwerben gilt. Des weiteren untersuchte er, wann die beste Zeit ist, um ein bestimmtes Thema einzuführen. Welche Dinge sollen in welchem Alter unterrichtet werden; wann verstehen es die Kinder am besten? Die erlangten Erkenntnisse setzte er dann in den Schulen von Winnetka um. Hier wird auch deutlich, dass der Plan keine feste Anleitung enthält, sondern sich ständig im Umbruch befindet. Denn auch die erforderlichen Fähigkeiten sind einer ständigen Entwicklung unterworfen. (Vgl. [16] S. 40f)

Veröffentlichungen:
New Schools in the Old World (1926)
The Remakers of Mankind (1932)

Eine Sammlung all seiner Werke (Publikationen, Lehrmaterial, Textbücher, etc.) findet man heute in der Carleton W. Washburne Library in der Skokie School in Winnetka.