Helen Parkhurst (1887-1973)

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"freedom and cooperation"

Helen Parkhurst. Quelle: http://www.dalton.org Biographisches:
Helen Parkhurst wurde 1887 in Duland/Wisconsin geboren und starb 1973 im Alter von 86 Jahren in Milford/Connecticut. 1905 übernahm sie ihre erste Lehrertätigkeit in einer einklassigen Vorschule. 1913 reiste sie nach Italien, um die Arbeitsweise Montessoris zu studieren. Zwei Jahre später kehrte sie gemeinsam mit Maria Montessori in die USA zurück, um die Montessori-Methode dort zu verbreiten. 1919 gründete Helen Parkhurst ihre eigene Schule in New York City.

Erziehungsvorstellungen:Helen Parkhurst. Quelle: http://www.schule.suedtirol.it
Ihre Erziehungsansichten wurden stark beeinflusst von ihrer ersten Lehrtätigkeit. Die Schule war eine einklassige Landschule, in der Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam unterrichtet werden mussten. Parkhurst war daher gezwungen, ihre Unterrichtspraxis diesen Gegebenheiten anzupassen. Um den auftretenden Nöten und Problemen beim unterrichten solch unterschiedlicher Kinder entgegenzutreten, richtete sie sogenannte Gegenstandswinkel ein ("subject corners"), die mit didaktischen Materialien versehen waren und somit eine eigentätige Arbeitsweise ermöglichten. (Vgl. [10] S. 90 und [7] S. 23)

Auch wenn sie ihre Methode und ihr Material selbstständig entwickelt hat, lässt sich der Einfluss von Maria Montessori auf ihren endgültigen "Laboratory Plan" (oder Dalton Plan) nicht verleugnen. Beide förderten eine selbsttätige Lernarbeit durch didaktisch vorgeformtes und indivduell stimulierendes Material. (Vgl. [10] S. 88)

Für Helen Parkhurst war die selbstständige Arbeit an den Arbeitsaufträgen ("assignments") der Kernpunkt ihrer Erziehung. Denn die Kinder müssen die Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Sie fragte sich, was ein Kind macht, wenn ihm die Verantwortung für eine Arbeit übergeben wird und kam zu dem Schluss, dass das Kind einen Weg (den besten Weg) suchen wird, um diese Aufgabe zu bewältigen. Dann probiert es seinen Plan aus, verwirft ihn gegebenenfalls, verbessert ihn, diskutiert mit anderen darüber, kurz: tut alles, um das Ziel zu erreichen. Das Ergebnis ist dabei ihm zuzuschreiben. Es enthält alle seine Gedanken und Gefühle, die bei der Entstehung mitgewirkt haben. Dies ist für Parkhurst echte Erfahrung. Es ist keine Schule mehr, sondern Leben. (Vgl. [B])

Für einen erfolgreichen Lernprozess ist es außerdem unerlässlich, dem Kind die benötigten Freiheiten zu gewähren. Ein Kind, das willkürlicher Autorität und unabänderlichen Regeln und Vorschriften unterworfen wird, ist unfähig, ein soziales Bewusstsein zu entwickeln.

Ihre Kritik an den herkömmlichen Lehrmethoden spiegelt sich auch in ihrer Aussage wieder, dass man sich heutzutage (also zu ihrer Zeit) zu sehr am Lehrplan orientiere und zu wenig an die Jungen und Mädchen denke. (Vgl. [11] S. 101 und 104) Diesem Missstand wollte sie mit ihrer eigenen Schule und dem darin praktizierten "Laboratory Plan" (Dalton Plan) begegnen.

Veröffentlichungen:
Education on the Dalton Plan (1922)
Exploring the Child's World (1951)