Francis W. Parker School

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Das Schulmotto, welches das "Herz" der Parker-Erziehung bildet und auch heute noch in dieser Schule lebt, lautet: "Everything to help and nothing to hinder".

Unter Berücksichtigung dieses Mottos versuchte die Schule, ihre drei zentralen Ziele (Vgl. [15] S. 39) zu verfolgen:

Die Prinzipien (Vgl. [15] S. 30), nach denen dabei in der Parker School gelehrt wird, lassen sich zusammenfassen als:

Der Lehrplan wurde den Anforderungen der Schule entsprechend umorganisiert und betont die folgenden Elemente: Verbindung der Fächer, zentrale Stellung der Kunst als Ausdrucksart, aktivitätszentrierter Unterricht. (Vgl. [15] S. 40)

Durch Erforschungen in den akademischen Fächern, Erfahrungen in den bildenden und darstellenden Künsten, Teilnahme an physischen Aktivitäten und durch gemeinschaftliche Einrichtungen sollten die Schüler Verantwortung, Selbstdisziplin, Neugierde, freie Gedanken, Zusammenarbeit und Gemeinschaftssinn entwickeln. Colonel F. W. Parker versuchte, den Schülern eine Lernumgebung zu bieten, in der sie sich sicher und frei fühlten und ihre Vorstellungen erkunden konnten. (Vgl. [15] S. 28 und [C])

Parker ging weg vom lehrplan- und lehrerzentrierten, hin zum lerner-, also kindzentrierten Unterricht und wendete sich so gegen die "drilling method" (Vgl. [13]). Er vertrat die Ansicht, der Lehrer müsse dort anfangen, wo die Kinder sind. Die natürlichen Interessen der Kinder müssten im Unterricht berücksichtigt werden. Er setzte die Kinder so in das Zentrum des Erziehungsprozesses. (Vgl. z.B. [15] S. 27, 42) Außerdem sollte die Schule "a model home, a complete community and an embryonic democracy" ( Parker zit. n. [15] S. 25f) sein. Durch tägliches Praktizieren der Demokratie, Auslöschen von Vorurteilen, Fördern von Freiheit und Erkundigung und durch gemeinschaftliches Problemlösen sollten die Schüler von Kindheit an diese Demokratie leben. (Vgl. [13])

Den Auftrag der Schule sah Parker darin, die Charaktereigenschaften und die Eigenschaften als Bürger zu kultivieren. Die Schule sollte eine Gesellschaft sein, da Gemeinschaftsleben nach Parker unerlässlich für die mentale und moralische Entwicklung des Kindes ist. Weiterhin war es nur in einer Gemeinschaft möglich, eine Balance zu finden zwischen Freiheit und Verantwortung. Dabei wurde die Individualität eines jeden Schülers respektiert.(Vgl. z.B. [15] S. 26, 28)

Eine wichtige Facette der Parker-Erziehung ist in diesem Zusammenhang außerdem das täglich stattfindende "Morning Exercise Meeting". Jeder Schultag begann mit einem Zuammentreffen der ganzen Schule. In dieser Zeit demonstrierte die Physikklasse z.B. ein Experiment, Viertklässer führten ein Theaterstück auf, Fünftklässer stellten mittelalterliche Ritter dar, ein Musikstück wurde vorgeführt, zwei Sprecher diskutierten eine Sache kontrovers, etc. Hier gab es also Raum zum Austausch von Ideen und zum (Mit)Teilen von gemeinschaftlichen Erfahrungen. Das "Morning Exercise Meeting" war besonders auch eine Zeit, in der das einzelne Kind hinter die Gemeinschaft zurücktrat und so Selbstdisziplin üben musste, die half, den Charakter zu bilden. (Vgl. [15] S. 39)

Es zeigt sich, dass Parker Erziehung als aktiven Prozess betrachtete, und nicht als einen passiven, in dem der Lehrer den Schülern Wissen vermittelt oder der Schüler allein durch das Lesen von Textbüchern lernt. Bücher sollten die Erfahrung nur ergänzen, nicht aber ersetzen. (Vgl. [15] S. 28) Das Lernen beginnt immer mit konkreten Erfahrungen aus erster Hand, dann folgen Beobachtungen, Vergleiche und eine Vielzahl von verschiedenen (auch künstlerischen) Aktivitäten. Letztendlich endet das Lernen in logischem Denken.(Vgl. [15] S. 39f) Das herkömmliche Lehrmaterial in Form von Textbüchern, die einer enzyklopädischen Ansammlung von Fakten glich, fand in der Parker School dabei kaum Beachtung. (Vgl. [15]S. 35)