Margaret Naumburg (1890-1983)

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"spontaneous creative self-expression" ([3] S. 113)

Biographisches:
Margaret Naumburg wurde 1890 geboren. Sie studierte an der Columbia University (vor allem bei John Dewey) und machte dort 1910 ihren Abschluss. Anschließend studierte sie an der London School of Economics und in Oxford. Außerdem studierte sie die Arbeitsweise von Maria Montessori in Italien. (Vgl. [3] S. 113) Bei ihren Studien belegte sie unter anderem die Fächer Psychologie und Parapsychologie. Weiterhin war sie interessiert in östlicher Philosophie, Psychodrama, Parapsychologie, Okkultem, surrealistischer und primitiver Kunst.
Ihre Ansichten wurden insgesamt stark beeinflusst von Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und Harry Stack Sullivan. All dies half ihr, ihre eigene Theorie von Kunsttherapie zu entwickeln. (Vgl. [13] S. )

1914 gründete sie die "Children's School" in New York, die sie 1915 in "Walden School" umbenannte. Sie war bis 1920 Direktorin dieser Schule, legte das Amt dann aber nieder.

Nachdem sie später einige Zeit am New York Psychiatric Institute gearbeitet hatte, unterrichtete sie an der New York University bis in die 70er Jahre hinein. Dort setzte sie sich sehr dafür ein, einen Studiengang "art therapy" einzurichten. Dies wurde 1969 auch realisiert. (Vgl. [3] s. 114f)

Erziehungsvorstellungen:
Als Kind fühlte sich Margaret Naumburg oft unverstanden. Auf ihre emotionalen Bedürfnisse wurde nicht eingegangen und sie hatte keine Möglichkeit, sich jemandem anzuvertrauen. Daher rührt vielleicht auch ihre Motivation, für eine weniger restriktive Erziehung zu plädieren und mehr auf die emotionalen Bedürfnisse der Kinder zu achten. (Vgl. [3] S. 113)

Um den Kindern gerecht zu werden praktizierte sie, was sie erst 1966 in ihrer letzten Veröffentlichung explizit ausspricht: "Bis heute zielen unsere Erziehungsmethoden nur auf das Bewusste oder oberflächlich geistige Leben der Kinder. Die neue analytische Psychologie hat aber gezeigt, dass das Unterbewusstsein, das Unbewusste, welches aus den Instinkten erwächst, eine größere Rolle spielt, als das Bewusste." ([3], S. 113)

Sie betont immer wieder die Wichtigkeit von Kreativität, Intuition, Nonverbalem und Unbewusstem. Sie glaubte an Kunst als eine Form "symbolischer Sprache", die grundlegend ist für jegliche Erziehung und war überzeugt, dass ein solch spontaner Ausdruck durch Kunst ebenfalls grundlegend ist für eine psychotherapeutische Behandlung. Ihr psychologischer und erzieherischer Hintergrund waren die Basis für die von ihr - und auch ihrer Schwester Florence Cane - enwickelten Kunstthrapie; ihre Arbeit ist die Grundlage, auf der alle kunsttherapeutischen Theorien und Praktiken aufbauen. (Vgl. [3] S. 116)

Um ihre Ideen zu verwirklichen, verfolgte sie (in ihrer Schule) einen stark individualistischen Ansatz und musste so zwangsläufig mit der mehr sozialphilosophisch fundierten Position Deweys in Konflikt kommen. Ihm wirft sie eine Nivellierung des Erziehungsstils auf Kosten des Einzelnen vor. Er sähe nicht jedes Kind mit seinen individuellen (emotionalen) Bedürfnissen. Vgl. [8] S. 113) Diese Auseinandersetzung zeigt deutlich die Uneinheitlichkeit der Ziele der verschiedenen progressiven Konzepte.

Veröffentlichungen:
The Child and the World (1928) (über ihre Erfahrungen an der Walden School)
Studies of the "Free" Art Expression of Behavior Problem Children and Adolescents as a Means of Diagnosis and Therapy (1947)
Schizophrenic Art: Its Meaning in Psychotherapy (1950)
Psychoneurotic Art (1953)
Dynamically Oriented Art Therapy (1966)