Marietta Johnson (1864-1938)

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"absence of external demands"([15] S. 78)

Marietta Johnson. Quelle: http://www.mariettajohnson.orgBiographisches:

Marietta Louise Johnson war eines von acht Kindern. Ihre Mutter unterhielt zu Hause eine Schule für Nachbarkinder, die auch sie besuchte. Später arbeitete Johnson einige Jahre an verschiedenen Schulen. Sie zählt auch zu den Mitbegründern der Progressive Education Association. (Vgl. [15] S. 70)

Erziehungsvorstellungen:
Über ihre fünfjährige Tätigkeit als Lehrerin schreibt Johnson später:
"It was a great joy to me when six-year-old children in the first grade could read through four first readers in three months!!. . . Of course, it was high pressure, but they could do it! The student teachers were thrilled with these results. . . . the parents were pleased. I was a success! And we all truly believed that the children loved to do it, and that it was good for them!" (Johnson zit. n. [15] S. 70)

Marietta Johnson. Quelle: http://www.mariettajohnson.orgNachdem sich Johnson mit den Theorien von N. Oppenheim beschäftigte, begann sie, ihre Erziehungsmethoden zu hinterfragen. Er schrieb in "Development of the Child", dass die Welt eine falsche Vorstellung von Kindern habe, nämlich, dass Kinder kleine Erwachsene seien. Würden aber Kinder wie Erwachsene behandelt, könnte dies Schäden hervorrufen - in manchen Fällen auch irreparable Schäden.

Johnson begann, alles was sie über das Lehren gelernt hatte, in Frage zu stellen. Sie war bald davon überzeugt, dass sie selbst viele Kinder zerstört hatte: "I realized that my enthuziasm was destructive, and the more efficient I was, the more I injured the pupils!" (Johnson zit. n. [15] S. 71)

Außerdem beschäftigte sie sich mit Werken von Dewey, Froebel und Rousseau. Je mehr Bücher sie las, desto mehr wollte sie ihre eigene Schule gründen. Die Schüler sollten ohne äußeren Druck lernen. Diese Forderung richtete sich unter anderem gegen die "College Entrance Requirements".(Vgl. [2] S. 288)

So wie der Magen nach Essen verlangt, verlangt der Geist nach Wissen. Das heißt, dass Kinder lernen, weil sie das Bedürfnis danach haben. Äußerer Zwang ist dabei weder erforderlich noch förderlich. Des weiteren forderte sie, Fragen zu stellen, um dem Schüler zu helfen, etwas zu verstehen, und nicht, um zu sehen, ob sie es wissen. Weiterhin trat Johnson für eine gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen, also für eine koedukative Erziehung ein. (Vgl. [2] S. 288f)

Marietta Johnson nannte ihre Erziehungsmethode organisch, da sie versuchte, das natürliche Wachstum, die natürliche Entwicklung der Kinder zu unterstützen. Dabei war es notwendig, das Kind als Ganzes zu sehen, als Zusammenspiel von Geist, Körper und Seele. (Vgl. [15] S. 73) Sie betont die Erziehung des gesamten Organismus. "Organic Education" (siehe School of Organic Education) baut auf folgende Theorie: Erziehung ist keine Vorbereitung auf das Leben, Erziehung ist Leben. Sie beginnt mit der Geburt und dauert das ganze Leben. Daher muss das Schulkonzept lebensspendend für den Körper, den Kopf und den Geist sein - für den ganzen Organismus.(Vgl. [D] und [E])

Veröffentlichungen:
Youth in a World of Men (1929)
Thirty Years With an Idea (1974)
Organic Education: Teaching without Failure (beide o.g. Bücher in einem Band)